Vortrag
Tierrechtsrecherchen in der ‚Nutz’tierhaltung:
Umsetzung, Bedeutung und Chancen

13. Oktober 2017
19:00 Uhr in der Kosmotique
(Martin-Luther-Straße 13, 01099 Dresden)

Sie stehen überall in Deutschland, eigentlich sind sie für jede und jeden sichtbar. Doch die Bauten werden nur in den seltensten Fällen als das identifiziert, was sie sind: Tierfabriken

Die Kritik an der Landwirtschaft wächst in letzten Jahren enorm und stammt aus verschiedenen Richtungen: Umweltschutz, Welthunger, Klimawandel, Nitratbelastung. Aber auch die Haltung der Tiere in den Ställen steht immer mehr im Fokus.

Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu dürften die Aufnahmen geleistet haben, die hinter den unscheinbaren Mauern der Industrie erstellt wurden. Verschiedene, sogenannte Rechercheteams veröffentlichen unentwegt Bilder von Schweinen mit abgebissenen Schwänzen, kahlen Hühnern, Puten die nicht mehr aufstehen können, totgeschlagenen Ferkeln und Kühen, die während des Melkvorgangs malträtiert werden.

Von Tierwirt*innen, Lobbyverbänden und Politik als Kriminelle und Einbrecher*innen verschrien, von der Bewegung selbst teilweise als Held*innen gefeiert, sind die Menschen, die diese Aufnahmen erstellen aber vor allem eins: Aktivist*innen, wie jede und jeder andere auch.

Christian Adam / tieretter.de

Christian Adam erstellt solche Aufnahmen seit mittlerweile sechs Jahren. Er hat hunderte Ställe gesehen, unzählige versteckte Kameras installiert, hunderttausende Fotos geschossen und etliche Stunden Videomaterial gefilmt und geschnitten. Aktuell ist er für den Verein tierretter.de in Münster aktiv, der erst im Juli einen Skandal auslöste, als er Aufnahmen veröffentliche, die aus dem Stall der amtierenden Landwirtschaftsministerin stammen.

Wie gehen Menschen, die nicht nur über Bildschirme, sondern direkt vor Ort mit dem unermesslichen Leid der Tiere konfrontiert sind damit um? Wie kommen Menschen dazu, nachts in die Ställe zu gehen? Welches Equipment und welche Fähigkeiten werden gebraucht? Und warum können Rechercheteams eigentlich relativ offen agieren, wo sie doch angeblich Straftaten begehen?

Neben rein praktischen Fragen sollen im Rahmen von ‚Learning to Fly – eine andere Welt ist machbar?‚ aber auch eher theoretische Fragen beantwortet werden: Was können Recherchen leisten und ebenso wichtig: Was können sie NICHT leisten? Welche Fallstricke und Gefahren gibt es, wie können diese umgangen werden und wie kann der Kritik an Rechercheteams entgegnet werden?


Fotos: www.tierretter.de

tierbefreiung dresden sind eine Ortsgruppe von die tierbefreier e.V. Wie bei allen Veranstaltungen des Vereins sind Personen und Gruppen mit faschistischer, rassistischer, sexistischer, homophober und antiemanzipatorischer Einstellung ausdrücklich unerwünscht.