Wir laden euch ganz herzlich zu unserem Lesekreis am Sonntag, 13. Dezember 2020 ab 14 Uhr ein.

Aufgrund des aktuellen Shutdowns durch hohe Infektionszahlen werden wir wieder auf die online-Variante zurück greifen. Falls ihr Interesse habt daran teilzunehmen, schickt bitte zeitnah eine Info an: tierbefreiung_dd@riseup.net
Ihr bekommt dann die Zugänge für den Konferenzraum und eine kurze Beschreibung zugeschickt, wie ihr euch mit dem PC oder Laptop einwählen und teilnehmen könnt. Bitte prüft vorab, ob euer Gerät über ein Mikro verfügt, ansonsten könnt ihr quasi nur zuhören aber euch nicht mitteilen.

Feuerfieber – ein Tierrechtsroman von Hilal Sezgin

cover-feuerfieberBei unserem letzten Lesekreis im November haben wir gemeinsam Kapitel 1-7 vorgelesen und uns über den Inhalt ausgetauscht. Wir starten am Sonntag also mit Kapitel 8 und wechseln uns beim Vorlesen ab. Für Menschen, die am Sonntag zum ersten Mal teilnehmen, werden wir die letzten 7 Kapitel des Romans nochmal zusammen fassen, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind. Der Roman ist nicht im öffentlichen Handel erhältlich, da es sich um eine Unterstützung einer crowdfunding Kampagne handelt.

Wir freuen uns auf euch.
Solidarische Grüße tierbefreiung dresden


Falls ihr weiteres Interesse an der Autorin oder dem Buch habt, empfehlen wir euch folgendes Interview aus der TIERBEFREIUNG:

Interview mit der Autorin Hilal Sezgin (gekürzte Version)

Hilal Sezgin hat einen Tierrechtsroman namens Feuerfieber geschrieben, den sie im Zuge eines Crowdfundings verschicken möchte. Sie ist eine bekannte Schriftstellerin, Publizistin und Journalistin und wird „auch als Tierrechtlerin, Feministin und Philosophin bezeichnet“. Sie wohnt in der Lüneburger Heide, wo sie einen kleinen Lebenshof für Schafe und Ziegen unterhält. Während des Telefoninterviews sitzt Hilal an ihrem Computer und blickt auf Gänse und Schafe vor ihrem Fenster. Ab und zu fordert eine Katze Einlass und Hilal muss aufstehen und die Tür öffnen.

Frage: Liebe Hilal, du hast einen Tierrechtsroman geschrieben. Kannst du kurz zusammenfassen, worum es im Roman geht?

Es ist ein Roman, der unter emanzipatorischen Tierrechtsaktivist_innen spielt. Es war mir ganz wichtig, dass es ein Roman ist, der primär für Aktive und Veganer_innen geschrieben ist, so dass unsere Innenperspektive einfach mal die normale Perspektive ist. Es kommen nicht irgendwelche Veganer_innen als Randfiguren vor und es muss nicht erklärt werden, warum wir so denken wie wir denken, sondern das ist selbstklärend. Und die Hauptfiguren Jayan und Uta, zwei so Anfang 20-jährige Menschen, gehen oft auf Recherche in Tierställen, um Aufklärung zu betreiben und arbeiten mit einem Fernsehredakteur zusammen. Sie sind natürlich frustriert, wie viele von uns, dass es nicht recht vorangeht. Man informiert und informiert, die Leute sind schockiert und… machen dann so weiter. Jayan und Uta wünschen sich, dass irgendwann mal ein Game Changer käme – tja, und dann begegnen sie einem Drachen! Der Roman hat also sozusagen Fantasy-Elemente, denn ich glaube, dass man die Frage, wie sich alles zum Guten wenden würde, und das auch noch schnell, nicht in einem normalen, ‚realistischen‘ Roman beantworten kann. Deswegen habe ich mir erlaubt, ein bisschen Fantasy reinzumischen, ein bisschen Träumen. Natürlich ist jetzt auch nicht alles nur ideal, weil so ein Drache natürlich auch ein kompliziertes Wesen ist. Es geht einiges schief und so weiter.

Wie erhalten die Menschen das Buch, wenn sie das Crowdfunding unterstützen? Und wann läuft das Crowdfunding?

Der Zeitraum für das Crowdfunding ist vom 1. Mai bis Ende Juni 2020.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Eine Möglichkeit ist ein E-Book, das ich verschicke, wenn das Crowdfunding abgeschlossen ist. Dann gibt es ein festeres Taschenbuch, das werde ich dann drucken lassen und anschließend verschicken, wenn das Crowdfunding abgeschlossen ist.

Und es gibt noch eine etwas kompliziertere Variante, das Express-E-Book, um es während des Crowdfunding schon lesen zu können.

Wie viel Geld erhoffst du dir zu bekommen und wofür wirst du das Geld einsetzen?

Ich habe hin und her überlegt. Ich will ja Geld für die Versorgung der Schafe. Das Futter kostet mich pro Jahr 12.000 Euro, vor allem, da die Schafe alte Leute sind, und da kommen die gleichen Herausforderungen, wie wenn wir alt werden. Sie haben zum Beispiel teilweise keine Zähne mehr und benötigen daher spezielles Heu. Dann gibt es hohe Tierarztkosten, Zahnpflege, Harnstein-OP, Tumor-OP, laufende Medikamente – das sind nochmal mindestens 12.000 Euro. Daher fand ich, dass das Crowdfunding auch realistisch sein sollte – dass niemand denkt, mit 5.000 Euro kann man sich ja mal so einen Lebenshof bauen.

Aber gerade jetzt während der Corona-Zeit brauchen sehr viele Menschen Geld und haben weniger Geld als sonst, daher wollte ich es etwas runtersetzen. Daher liegt die Fundingschwelle bei 12.000 Euro, davon könnte man 500 Bücher drucken und für ein halbes Jahr die Futterkosten bezahlen. Eigentlich erhoffe ich mir 25.000 Euro, was ich ehrlich gesagt eine riesige Summe finde. Davon könnte ich dann 1.000 Bücher verschicken, die Futterkosten für ein ganzes Jahr bezahlen und ein bisschen für den Tierarzt zurücklegen.

Bekannter bist du vermutlich für deine philosophischen und politischen Bücher und Kolumnen. Wieso jetzt dieser Roman?

Mein erstes Buch war ein historischer Krimi, ich schreibe also auch Romane. Die Idee zu dem Crowdfunding kam mir, weil ich gemerkt habe, dass ich jetzt mal finanzielle Unterstützung von anderen brauche, aber es war mir unangenehm, einfach zu sagen: „Bitte gebt mir Geld.“ Ich wollte da gerne etwas zurückgeben und dachte mir, dass ich ja schreiben kann. Und das fand ich dann ganz passend, dass Leute mir etwas geben und ich gebe ihnen etwas zurück.

Ich wollte gerne etwas für „uns“ schreiben. Wo es eben nicht selbstverständlich ist, dass man Tiere isst. Und wo ich nicht alles erklären muss, nicht überlegen, wem was passen könnte, nicht versuchen muss nicht zu dogmatisch zu erscheinen, nicht verrückt und doch plausibel und so weiter. Ich wollte gerne mal etwas schreiben, wo es normal ist so zu denken, wie wir denken.

Aus aktuellem [Anm. d. Redaktion: Stand 30.03.2020] Anlass: Was bedeuten die Ausbreitung von Corona und die staatlichen Maßnahmen für den Betrieb bei dir auf dem Hof?

Ich habe bereits Heuvorräte für ein halbes Jahr angeschafft und versuche immer genug davon zu haben. Aktuell kommen keine Freund_innen mehr aus den Städten, die öfter helfen kommen an den Wochenenden, diese Unterstützung fehlt natürlich.

Weil jetzt nicht alle zusammen arbeiten dürfen, muss ich Aufgaben aufteilen. Bei der Versorgung der Tiere zum Beispiel, wenn Tierärzt_innen kommen, ist man sich dann aber doch so nah wie immer.

Vielen Dank für das Interview und deine Zeit! Und viel Erfolg mit der Crowdfundingkampagne!

Interview von Mirjam Rebhan und Loris Matzke aus: Tierbefreiung 107 / Juni 2020
Das vollständige Interview erschien im Magazin TIERBEFREIUNG, Ausgabe 107.
www.tierbefreiung.de