Zu unserem 10 jährigen Jubiläum hatten wir uns etwas besonderes für euch einfallen lassen. In 6 Wochen organisierten wir 10 Veranstaltungen und Aktionen zu unterschiedlichsten Themen.

markus

Den Auftakt startete die vegane Kabarettistin Gabriele Busse, die im Projekttheater ihr neues Programm „Auch der Brokkoli hat Gefühle“ erstmalig in Dresden aufführte.

Der Workshop „Widerstand gegen neue Tieranlagen“ mit Dr. Friedericke Schmitz von der Initiative „Tierfabriken Widerstand“ war sehr gut besucht, bot einen intensiven und informativen Einblick in bürokratische Abläufe von Genehmigungsverfahren zum Bau von Mastanlagen und zeigte Möglichkeiten auf, gegen diese vorzugehen. Zudem gab es viele Tipps, wie Protest organisiert werden beziehungsweise mit welchen bestehenden Gruppen und Kampagnen sich zusammengeschlossen werden kann. Abgerundet wurde dieser Abend mit ihrem Vortrag zum Thema „Tiere sind keine Ware – Ethische Argumente für ein Ende der Nutztierhaltung“.

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Ein weiteres Highlight war der Workshop „Ich geh kaputt, gehste mit..? – Workshop für nachhaltigen Aktivismus“. Der Referent*in Hannah ist es mit viel Fingerspitzengefühl gelungen, eine vertraute Atmosphäre zu schaffen, in der Aktive ihre persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Ängste zum Thema erzählen und austauschen konnten. Es gab viele hilfreiche Inspirationen, Tipps und Gedanken, um sich ein langes, aktivistisch erfülltes Leben gestalten zu können. Außerdem hielt Hanna an diesem Wochenende auch einen Vortrag zum Thema „Die Revolution vom Teller wieder in die Betriebe tragen, oder: Warum ein veganer Kapitalismus Unfug wäre.“

Diplomsoziologin Julia Gutjahr (Universität Hamburg) beleuchtete in ihrem Vortrag: „Keine halben Sachen sondern ganze Tiere – Zur Konstruktion hegemonialer Männlichkeit durch Fleischkonsum“ am Beispiel der Männerkochzeitschrift „BEEF!“ die Zusammenhänge von Ernährung, Mensch-Tier-Beziehung und Geschlechterverhältnissen in unserer Gesellschaft. Sie zeigte auf, wie im Magazin mit der sexualisierten Darstellung von Tieren eine Feminisierung von Tieren betrieben wird. Dabei wird ein Unterschied zwischen dem „männlichen Kochen“, welches gewaltverherrlichend dargestellt wird, gegenüber dem „weiblichen Kochen“ konstruiert. Diese Strategie kann als eine Stabilisierung patriarchaler Gewalt gesehen werden. Den Erfolg des Magazins interpretiert sie als „eine Reaktion auf den sich verbreitenden Vegetarismus und Veganismus.“

Eine Besonderheit in unserem Programm bot der Workshop „Kunst trifft auf Aktion – Realistische Notfalldarstellung als Demonstrationsmittel“, in dem wir in kleinen Gruppen Schnittwunden und Brandverletzungen nachstellten, um kreativere Elemente in unsere politische Arbeit zu integrieren. Inspiriert von diesem Workshop, werden wir zu gegebener Zeit eine kleine Aktion auf die Beine stellen.

»Die Orang Utan-Haltung in Dresden ist eine der tierquälerischsten in ganz Europa.«
Dr. Colin Goldner (Psychologe, Sachbuchautor, Initiator des „Great Ape Projekts“)

Beeindruckend und informativ war der Vortrag „Lebenslänglich hinter Gittern – Haben Zoos noch eine Existenzberechtigung?“ von Dr. Colin Goldner. Er sprach über die historische Zoogeschichte, in der rassistische Völkerschauen verbreitet waren und berichtete über die Wiederbelebung der Zoos im Nationalsozialismus bis zu den heutigen Zuständen in diesen Einrichtungen. Vor allem die Orang Utan Haltung im Dresdner Zoo ist unbeschreiblich bedrückend zynisch und muss an die Öffentlichkeit getragen werden! Für Goldner zählt die „Orang Utan-Haltung in Dresden zu den tierfeindlichsten und tierquälerischsten in ganz Europa“. Ein Bericht über Vortrag und die Kundgebung vor dem Zoo Dresden ist auch auf der Webseite des von Colin Goldner initiierten Great Ape Projekts zu finden.

»Es tut mir leid, dass der Lifestyle Veganismus so schlecht wegkommt“
Markus Kurth (Redaktion „Tierbefreiung“)

Zu unserer Abschlussveranstaltung am 1. November 2015 präsentierten wir erstmalig die Tierrechtsausstellung des Vereins die tierbefreier e.V. Dem Vortrag „Zwischen „Vegan Hype“ und sozialer Revolution – Wie politisch ist Veganismus?“ von Markus Kurth (Redaktion „Tierbefreiung“) lauschten knapp 6o Menschen. In seinem Vortrag wurde deutlich, wie differenziert und heterogen die vegane Bewegung ist. Im AZ Conni gab es keinen freien Stuhl mehr und wir hatten Mühe, alle unterzubringen. Es war großartig!

Mit dieser Veranstaltungsreihe wollten wir nicht nur Menschen informieren, sondern vor allem motivieren, für die Interessen der Tiere einzutreten und sich an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zu den bestehenden Mensch-Tier-Verhältnissen aktiv zu beteiligen. Für uns ist die Veranstaltungsreihe ein kleiner Erfolg und wir sind sehr zufrieden damit, wie unsere breit gefächerte Themenauswahl in Dresden angenommen wurde. Uns ist es nicht nur gelungen ganz unterschiedliche Menschen bundesweit zu erreichen, sondern auch unsere
lokale, politische Position innerhalb Dresdens zu festigen und zu vertiefen.

Wir bedanken uns bei allen, die unsere Veranstaltungen beworben, teilgenommen, finanziert und unterstützt haben. Ein großes Dankeschön geht an das AZ Conni und die Betreiber*innen der Kosmotique, die uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben!

Falls ihr weiteres Interesse an unseren Aktionen habt, dann tragt euch in unseren Newsletter ein!
Die Veranstaltungsseite ist hier zu finden: www.biteback.tierbefreiung-dresden.org/

Wir sehen uns!
Eure tierbefreiung dresden